Montag, 21. Januar 2013

Neurologe, Arbeitsamt, Klinik und Buddha

Alles, was wir sind, ist ein Resultat dessen, was wir gedacht haben.

Buddha

Oder auch einfacher erklärt: Gedanken werden Dinge.
Ein Beispiel: wenn man sich nur lange genug einredet, dass man Kopfschmerzen hat, dann ist es sicher, dass man auch in der nächsten halben Stunde Kopfschmerzen bekommt. Wissenschaftlich natürlich nicht erwiesen, aber es ist so.
Anderes Beispiel: wenn wir als Menschen durch die Welt gehen, und immer nur das Schlimmste erwarten, dann wird sicher auch nur Schlimmes passieren.
Gehen wir aber mit hoch erhobenen Haupt durch die Welt, sind selbstbewusst mit dem Gedanken: "Ich kann alles schaffen", dann wird uns sicher Vieles leicht von der Hand gehen.

Tja, das schreibt sich leicht, und es liest sich leicht. Denn genau damit hab ich meine Probleme. 
Ich versuche so oft wie möglich den Satz "Ich bin gesund und glücklich" vorzusagen. Denn irgendwann kommt es im Inneren an und kann sich dort verfestigen.
Ich habe mir sogar ein Mantra-Band gekauft, auf dem genau dieser Satz steht. ICH BIN GESUND UND GLÜCKLICH.
Ich werde es wohl noch eine Weile vor mich hin sagen müssen....

Aber ein Gutes hat es: in dem Moment, an dem man an das Gesund und Glücklich denkt, ist man es auch. Es hält vielleicht nicht lange vor, aber in diesen paar Sekunden, in denen wir an Glück und Gesundheit denken, können wir nicht gleichzeitig an Schmerz und Pech denken.
Alleine das macht es doch schön, sich ein paar Mal am Tag diesen Satz vorzusagen :-)

Ich führe auch seit 3 Wochen ein Glücks-Tagebuch. Darin schreibe ich nur die guten Sachen, die passiert sind, oder Dinge, die gut für mich waren. Oder auch Dinge, die ich mir gutes getan habe.
Denn leider sieht man immer viel zu schnell das Schlechte, das passiert ist. Und solche Tagbücher hab ich schon genug. Auch im Blog steht nicht immer nur Gutes.
Auf die Idee Glücks-Tagebuch bin ich durch meinen Glückskalender von Pierre Franckh gekommen. Jeden Tag eine schöne Anregung, auf was man sich mal wieder besinnen sollte. Unter anderem eben die Idee mit dem Buch. Und bis jetzt hatte ich nur einen Tag, an dem für mich nichts Gutes zu notieren war. Aber wen stört das schon ;-)
Anregung für Euch: führt ein Glücktagebuch! Es macht Spaß und lässt uns das Leben nicht immer nur schlecht erscheinen :-)


Ansonsten waren die letzten 10 Tage extrem anstrengend für mich.
Erst ein Besuch auf dem Arbeitsamt, zu dem ich ja hin musste. Tag davor wieder Magenprobleme, Darmprobleme, extreme Antriebslosigkeit und Müdigkeit.
Aber ich habe es geschafft. Auch wenn ich danach 2 Tage total im Eimer war.
Mein Körper reagiert immer stärker. Aber solange ich es noch ertragen kann, ertrage ich es.

Dann stand heute ein Besuch beim Neurologen an, den ich um Medikamente beten wollte. Eigentlich bin ich ja nicht so für die Anti-Depressiva-Schiene, zumal ich bei dem letzten Versuch, welche zu nehmen, so extreme Nebenwirkungen hatte, dass ich jetzt eigentlich auch keine wollte.
Aber ich denke, eine einigermaßen ruhige Grundeinstellung bei mir kann nicht schaden. Vielleicht gelingt mir einiges dann besser und schneller. 
Noch hab ich die Tabletten nicht, und ich weiß auch nicht, wann ich mich traue, sie zu nehmen, aber allzu lange will ich auch nicht warten.
Dann wollte ich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für das Arbeitsamt. Die hat er mir auch ausgestellt, aber leider nur für einen Monat. Da ich das aber erst zu spät gesehen habe, konnte ich nicht nachfragen, ob ich jetzt jeden Monat eine neue holen muss. Hoffentlich nicht.
Nächster Punkt war für mich, dass ich mehr oder weniger durch einen Zufall einen Ergotherapeuten gefunden habe, der mit einer Gestaltungstherapie lösungsorientiert und tiefenpsychologisch arbeitet. Ich habe mich letzte Woche sehr lange mit ihm unterhalten, und es war sehr schnell für mich klar: das will ich machen.
Also Hausarzt angerufen, ob er mir dies verschreiben kann. Er meinte dann, dass er es mir aufschreibt, wenn mein Neurologe es befürwortet.
Heute Neurologe gefragt, der es nicht befürwortet, weil er es nicht kennt, und er nur Sachen verschreibt, die er kennt. Super!
Also morgen beim Hausarzt betteln, dass er es mir auch ohne Empfehlung aufschreibt.

Dafür hat mein Neurologe bei einem anderen Zettel nicht gespart: Einweisung in eine Klinik.
Keine Reha, wie das letzte Mal, sondern eine richtige Klinik.
Nun will der Neurologe noch in der Klinik selbst einiges abklären, dann soll ich ihn anrufen, was er denn erreicht hat. Und wenn dann soweit alles klar ist, dann werde ich wohl auf unbestimmte Zeit nach Freudenstadt in ein psychatrisches Krankenhaus gehen müssen.

Noch ist es nicht so richtig bei mir angekommen, ich denke, das braucht noch ein paar Tage. Aber ich baue mir schon jetzt im Kopf eine Pro und Contra-Liste.
Neuigkeiten diesbezüglich dann im nächsten Eintrag. Auch wie ich die Tabletten vertrage, die er mir aufgeschrieben hat. 

Jetzt werde ich wohl wieder einige Tage durchschlafen, denn in der Nacht kriege ich es nach wie vor nicht hin. Tja, und dann können die nächsten Termine kommen.
Wir lesen uns spätestens am 1.2. wieder. Denn der Buddha-Kalender nimmt pro Blatt 10 Tage :-)
Bis bald!


Samstag, 12. Januar 2013

Neue Pläne

Mein Kalender hält sich nicht an unsere bekannte Tradition "Montag - Freitag".
Da es ein Buddha-Kalender ist, könnte es auch sein, dass er buddhistisch denkt, und sich daher nicht so regelmäßig umblättern lässt, wie "wir" das gewohnt sind.
Hier nun vom 11.1. - 20.1.13

Tu, was Du willst - aber nicht, weil du musst.

- Buddha-


Ich war sehr glücklich über diese Weisheit, weil ich genau nach diesem "Rezept" schon seit Monaten versuche zu leben.
Ich weiß, im Alltag ist das nicht so einfach, aber bei vielen Dingen im Leben kann man wirklich mal NEIN sagen, wenn man es nicht tun will. MÜSSEN ist Gift für die Seele. 
Denkt mal bei manchen Dingen darüber nach, ob ihr etwas wirklich machen müsst. 
Wenn man sich einige Zeit mit diesen Gedanken beschäftigt, so ist es manchmal schon erschreckend, was wir alles auf uns laden, weil wir denken, wir müssen, obwohl wir gar nicht wollen.
Natürlich muss ich arbeiten, natürlich muss ich kochen, Wäsche waschen, putzen, Kinder chauffieren.
Aber muss ich dann abends auch noch 2 Stunden bügeln? Der Korb steht morgen oder am Wochenende auch noch. Und ob es dann 5 T-Shirts mehr werden, ist auch egal.
Prioritäten setzen. Schauen, ob es auch ohne MÜSSEN geht, wenn ich nicht will. Wenn ich mich lieber gemütlich mit einer Tasse Tee oder Kaffee und einem guten Buch auf die Couch setzen WILL, dann kann die Bügelwäsche gerne warten.  Kinder abholen aber nicht vergessen ;-)



Ich widme mich momentan mal wieder meiner Strick-Leidenschaft, um mich abzulenken. Klappt ganz gut. Das Ablenken meine ich...Meine Projekte sind so lala....
Meinen ersten (!!!!!!) selbstgestrickten Pulli habe ich 3 mal stricken müssen, bis er jetzt so war, wie er sein sollte. Daher liebe ich dicke Wolle. Damit geht es einfach schneller ;-)  Eine kurze Unterbrechung wegen einer geschwollenen Hand, aber dann kam dies dabei heraus. Ich finde ihn wunderschön :-)




Mein 2. Projekt stellt mich und meinen lieben Häkel-Profi paula b. vor ein Rätsel:

Ich habe mein kleines Zimmer umgestellt und mich dafür entschieden, dass ich keinen Teppich mehr mit "Flusen" in meinem Zimmer haben will. Seit der große Teppich weg ist, kann ich deutlich besser schlafen.
Also kam mir die Idee, ich häkle mir aus Textilgarn (könnt ihr gerne mal googeln. super idee von der textilindustrie!) einen schönen runden Teppich selbst.
Hab mir nun also ein großes Probe-Knäuel schicken lassen, Anleitung auf den Schoß, Nadel und Garn in die Hand und LOS!!!!
Das kam dabei heraus... (einmal mit und einmal ohne Blitz fotografiert. zur Deutlichkeit...)






Soll ich nochmal sagen, dass er eigentlich rund sein sollte?
Ich hab mich genau an die Anleitung gehalten, und statt rund habe ich nun Stolperfalle Blume!
Falls also ein Häkel-Freak unter euch ist: SCHREIBT MIR!!!! Ich bin für jede Hilfe dankbar :-)

Die nächsten Projekte sind ein paar Stulpen, die dann super zu meinen neuen Stiefeletten passen, und ein Strickrock, der mir jetzt schon jeden Nerv raubt. Aber ich kündige es hier an, sodass ich einen Ansporn habe, dass ich alles fertig stricke, was ich anfange. Ich hoffe, ich schaffe das ;-)
Fotos werden folgen.

Ich nenne diese Strick-Projekte : Ablenkungstherapie für Durchgeknallte.
Ich hatte letzte Woche meine vorerst letzte Therapiestunde. Keine Ahnung, wann es weiter geht. Und um nicht komplett durchzudrehen, widme ich mich eben anderen Dingen. Und wenn etwas schönes dabei herauskommt, dann kann es auch gerne so bleiben.
Vielleicht finde ich ja noch meinen Fehler bei dem Teppich und kann irgendwann damit in Produktion gehen. Nur von Traumfängern und Magneten kann man ja nicht leben ;-)

Ansonsten waren die letzten Tag nicht schön, aber auch nicht ganz so schrecklich. Das Stricken hilft wirklich. Ob es mich aber auch genug davon ablenken kann, dass ich am Mittwoch aufs Arbeitsamt muss, weiß ich noch nicht. Noch bin ich ruhig. Hoffen wir, dass es so bleibt.
Denn am 21.1. dann muss ich zum Neurologen, der mich nun hoffentlich arbeitsunfähig schreibt, und mir Medikamente gibt, die mir helfen können. Und mich nicht 10 kg zunehmen lassen ;-) Gruß an T.   HDL :-*

Ich werde mich spätestens am 21.1. mit einem neuen Buddha-Spruch zurückmelden. Und dann auch von meinen angefangenen Projekten berichten.

Bis bald! :-)



Donnerstag, 3. Januar 2013

Neues Jahr....

Hallo an Alle, die mich vermisst haben!

Leider habe ich davon auch nichts mitbekommen, weil sich nur 2 Leute bei mir gemeldet haben, warum ich nicht mehr schreibe. Ich wusste im ersten Moment nicht, ob ich jetzt sauer sein soll, weil es keinen interessiert, was mit mir los ist. Auf der anderen Seite dachte ich auch, dass es sicher viele Leser gibt, die mich nicht belästigen wollen. 
Sei wie es sei: ich bin wieder da, und ich hoffe, dass ich nun wieder regelmäßiger schreiben kann.

Ich habe ja auch versprochen, dass ich ab diesem Jahr die schönen Sprüche meines neuen Kalenders mit Euch teile. Am Ende des Eintrages werdet Ihr ihn finden :-)

Zu meinen letzten Wochen will ich nicht allzu viel schreiben.
Es war ein Horror-Monat. Die Erkältung läßt mich immernoch nicht los. Seit 6 Wochen Husten! Ich fasse es echt nicht. Aber was nicht tötet, härtet ab ;-)
Auch hatte ich viele Bestellungen, was mich auch sehr in Anspruch genommen hat. Manchmal dachte ich wirklich, dass ich froh bin, dass ich nicht 10 Bestellungen am Tag bekomme. Ich hätte es nicht geschafft.
So wie es war, war es aber in Ordnung, und ich bin auch dankbar.
Die nächsten Wochen wird es wohl wieder etwas ruhiger werden, daher werde ich mich neuen Traumfänger-Designs widmen. Auch werde ich 2 ganz Große anfertigen, die ich als Werbung im Kindergarten aufhängen werde. Vielleicht geht da auch noch was :-)

Gesundheitlich war der Dezember also nicht prickelnd, geschäftlich war er sehr erfolgreich, und psychisch?
Fürchterlich....
Ich bin eine Woche vor Weihnachten komplett in mich zusammengefallen. Keine Ahnung, warum. Aber es war wieder alles dabei, was zu einer ausgewachsenen Angsterkrankung dazugehört. Inkl. Durchfall, was mich noch mehr durchdrehen lässt.
Kaum war Hl.Abend vorbei, war auch bei mir verdauungstechnisch alles in bester Ordnung.
Soll mir das mal einer erklären...

Das Gespräch mit meiner Therapeutin vor Weihnachten werde ich auch nicht so schnell vergessen, da ich angesprochen habe, dass ich nun seit einem Jahr alleine wohne und auch seit 11 Monaten Therapie mache, sich aber NICHTS bei mir geändert hat. Im Sommer ging es mir, wie immer im Sommer besser, aber nun ist wieder alles beim alten, wenn sogar nicht noch schlimmer.
Eine Antwort darauf konnte sie mir auch nicht geben...
Heute habe ich das letzte Mal Therapie. Dann kommt die Pause mit unbestimmter Länge.
In dieser Zeit werde ich versuchen, mich um andere Therapiemöglichkeiten umzusehen. Kinesiologie wäre sehr interessant für mich. Ich werde mich wohl wieder an meine liebe Frau M. wenden. Sie weiß einfach alles :-)

So weit, so gut: das war der erste Eintrag im neuen Jahr. Der einzige Vorsatz, den ich mir gemacht habe: mehr schreiben. Vielleicht auch an meinem Buch. Wir werden sehen.

Nun aber der Spruch, der nun wöchentlich (*fingerscross*) von mir veröffentlicht wird:


Gehe ganz in deiner Handlung auf, und denke, es wäre deine letzte Tat.

-Buddha-


Ein frohes neues Jahr!
Judith

Freitag, 30. November 2012

Auch diese Woche nix...

Leider hat mich diese Woche eine sehr schlimmer Erkältung erwischt, die nicht von Tag zu Tag besser wird, wie ich es eigentlich gehofft hatte, nein, jeden Tag kommt was neues dazu.
Also fühle ich mich auch diese Woche leider nicht in der Lage, einen Freitags-Füller zu schreiben.
Ich hoffe, dass es die nächsten Tage wirklich besser wird, und ich nächste Woche wieder etwas fitter bin.

Ich wünsche Euch allen ein gesundes und schönes Wochenende!

Samstag, 24. November 2012

Wie???? Schon Samstag????

Ich hab eine Horror-Woche hinter mir.

Ich habe kaum geschlafen, nichts auf die Reihe gekriegt, hier immer wie auf Zehenspitzen durch mein Zimmerchen gewandelt, damit die blöde Kuh mich nicht hört.
(Die andere Wohnung hab ich übrigens nicht gekriegt. Hätte ja auch mal etwas glatt gehen können....)

Alles in Allem macht mich die Situation hier immer mehr kaputt. Ich denke, dass meine Schlaflosigkeit auch damit zu tun hat. Tagsüber kann ich mich ja in meiner Wohnung nicht frei bewegen, also mache ich es nachts. Und so komme ich nicht zum schlafen.
Ist ja nicht so, dass ich nicht müde wäre, aber schlafen ist seit Tagen nicht vor 5:30 drin...

Deshalb fehlt mir auch diese Woche die Inspiration für den Freitags-Füller. Ihr werdet es mir verzeihen.

Auch mit meinem Eine-Woche-Achtsamkeits-Training bin ich schon 2 Tage im Rückstand. Hoffe, ich schaffe wenigsten das heute weiter zu machen.
Lesen macht wenigstens keinen Lärm.
Aber was zu meckern findet sie sicher trotzdem...

Also, ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende, und nächste Woche bemühe ich mich auch wieder um mehr Schlaf und einen grandiosen Freitags-Füller :-)

Montag, 19. November 2012

Achtsamkeit

Ich habe mir vor 2 Wochen ein kleines Büchlein zugelegt: "Das Einmaleins der Achtsamkeit".

Vor ca 4 Wochen habe ich mit meiner Therapeutin schon ein kleines Achtsamkeits-Training gemacht. Das war sehr entspannend, und ich empfand es auch als sehr hilfreich. Nur das allbekannte Problem bei mir: ich weiß, wie es geht, aber ich wende es nicht an.
Natürlich denke ich fast jeden Tag daran, aber mich wirklich ein paar Minuten darauf zu konzentrieren, das schaffe ich nicht. Warum auch immer...


Nun habe ich mir also dieses Büchlein zugelegt, und mir vorgenommen, es dieses Mal einfach zu tun. 
Das Training dauert nur eine Woche, jeden Tag eine neue Aufgabe.
Ich bin gespannt, was so alles passiert :-)

Ich werde es hier, als kleinen Ansporn für mich, etwas kommentieren. Natürlich werde ich hier nicht jeden Tag die Woche über die Aufgaben aufschreiben, denn das darf man nicht!!! ;-) 
Aber meine Erfahrung, und ob das Training tauglich und umsetzbar ist, das werde ich berichten. 

Die erste Aufgabe für heute lautet: Innehalten - Gefühl wahrnehmen - Gefühl benennen - Übung beenden

Heute habe ich folgende Gefühle schon wahrgenommen: Angst, Nervosität, Ungeduld, Trauer, Ärger

Vielleicht kommen noch welche dazu, aber so wie ich das sehe, war heute schon großes Gefühlschaos...
Es fällt nur dann auf, wenn man es aufschreibt, und es sich bewusst macht. Und genau darum geht es ja bei der Achtsamkeit. Gefühle wahrnehmen, ohne sie an sich heran zu lassen. In gewisser Weise, als würde man neben sich stehen und dann denken: Ach schau mal, jetzt bin ich ärgerlich. Oder: So fühlt es sich also an, wenn ich traurig bin.
In dem Moment, in dem man wahrnimmt, dass ein Gefühl da ist, vergeht es auch schneller wieder. Weil man es nicht beurteilt, sondern nur wahrnimmt.
Also ein kleiner Weg für mich, meine Angst etwas zu dezimieren. 
Wir werden sehen, wie es nach einer Woche aussieht, und ob ich dann auch den Willen und die Kraft habe, das Training in mein alltägliches Leben einzubauen.

Ich werde berichten :-)

Freitag, 16. November 2012

Vielleicht wird es besser...

Ich kann morgen eine Wohnung anschauen!!!!!
Sie wird zwar um ein paar Euro teurer, als ich dachte, aber es ist ein kleiner Schritt in eine angenehmere Umgebung.
Wenn das klappen sollte, dann bin ich wieder etwas näher bei meiner Familie, und ich habe diese grässliche Frau über mir endlich los.

Ich hatte mir letztes Jahr hier eine wunderbare Wohlfühl-Oase geschaffen. Und knapp 8 Monate hat das auch funktioniert. Aber seit 2 Monaten terrorisiert mich meine Nachbarin über mir dermaßen, dass es hier kein schönes Leben mehr ist.
Zur Erklärung: ihre Küche liegt genau über meinem Wohnzimmer, und ihr Schlafzimmer liegt über meiner Küche.
Nun ist es so, dass diese gute Frau wohl ihr ganzes Leben in ihrer Küche am Fenster verbringt, was soviel bedeutet, dass sie genau Bescheid weiß, wer wann wie und zu wem das Haus betritt. Wahrscheinlich führt sie auch Buch...
Auch ist es so, dass sie mittlerweile, mit 99% iger Sicherheit, komplett über mein Leben Bescheid weiß, denn ihr Küchenfenster ist immer offen, und mein Wohnzimmerfenster auch. So hat sie also direkten Zugang zu meinen Telefonaten, Besuchsgesprächen und Kindererziehungs-Diskussionen.
Über genau diese hat sie sich auch schon lautstark über ihr Küchenfenster beschwert. Laut krachend mit einem "Sag einmal!!!!" hat sie sich schon des öfteren aus ihren Lauschangriffen befreit.
Ist es verboten, sich etwas lauter und intensiver mit seinem Sohn über die Wichtigkeit des Hausaufgabenmachens zu unterhalten???
Das war vor 5 Monaten das erste Mal. Seither wird es immer schlimmer.
Witzig ist auch, wenn ich denn mal etwas lauter Musik höre, sie sich noch nie mit Fensterknallen beschwert hat. Wer mich kennt weiß, dass ich hier keine Opern oder klassische Musik höre. Kommt vor, aber die Regel ist es eher nicht. Also um es so auszudrücken, es würde mich doch sehr wundern, wenn sie mit offenen Ohren an ihrem Fenster hängt und sich freut, wenn die neue Linkin Park-CD in Dauerschleife läuft.
Aber hier: kein Fensterknallen.
Wer hier denkt: Das kannst du bei der lauten Musik doch gar nicht hören!, dem sei gesagt: wenn diese Frau knallt, dann hört man das 2 Dörfer weiter!
Ich habe nun aber eine Musikrichtung gefunden, die ihr missfällt: Entspannungsmusik.
Ja, so ist es! Letzte Woche nach meiner Therapie habe ich mir ein Buch geschnappt, hab es mir auf meinem Bett gemütlich gemacht (in der Therapie sprachen wir von "Zeit-Für-Mich". Also setzte ich es gleich um.), und legte mir eine sehr ruhige Reiki-Musik ein.
Wer ab und zu ein Buch liest wird wissen, dass es nicht gerade förderlich für die Konzentration ist, wenn die Musik um einen herum schreit. Also hört man beim Lesen in Zimmerlautstärke. Wie ich es dann eben auch getan habe.
Aber Madame hat das wohl nicht gefallen. Undeutlicher Kommentar, KNALL, Fenster zu.
Nächstes Mal nehm ich Metallica oder Marilyn Manson....
Nächster Punkt: JA, ICH RAUCHE!!!!
Ich bin nicht stolz darauf, aber ich kann leider auch nicht aufhören. Ich hab es noch nicht probiert, aber allein der Gedanke daran läßt mich durchdrehen. Sogar mein Hausarzt und meine Therapeuten haben mir abgeraten, jetzt aufzuhören. Mein Körper ist gerade mit anderen Dingen beschäftigt, da wäre es vergebene Liebesmüh.
Da ich in meiner Wohnung ja keinen Balkon habe, rauche ich nur in der Küche. Ich habe die ersten 6 Monate kräftig aus meinem Küchenfenster geraucht, sowie all mein Raucher-Besuch auch.
NIE kam auch nur ein einziger Kommentar von oben. Wirklich NIE!!!
Aber nun, seit 2 Monaten, bekomme ich JEDEN Tag einen Kommentar zu hören, gefolgt von einem Fensterknaller.
Der Ausruf, der mir am besten gefallen hat, war der: "Das mit der Raucherei hört mir jetzt auf!!!"
Ich finde das irgendwie süß, dass eine Frau, die mich überhaupt nicht kennt, und schon gar nicht meine Mutter ist, MIR vorschreiben will, dass ich das Rauchen lassen soll.
Was vielleicht noch zu erwähnen wäre: die Kommentare gehen nie an mich persönlich! Sie hat mich noch nie abgefangen oder mir einen Zettel in den Briefkasten. Sie kam auch noch nie zu mir herunter, um sich persönlich zu beschweren. Auch kommen NIE Kommentare, wenn ich Besuch habe.
Da sie ja immer genau informiert ist, wann wer wie bei mir ist, kann sie das ganz gut regeln.

Bitte keine Kommentare von Euch, ich sollte mal zurückmotzen. Ich könnte das schon tun, aber dann begebe ich mich auf ihr Niveau, und sorry, dahin gehöre ich sicher nicht.
Um ehrlich zu sein bin ich natürlich schon SEHR kurz davor, mal was nach oben zu brüllen. Ich befürchte nur, dass ich mich dann nicht mehr im Griff habe, was meine Kommentare angehen. Ich werde nicht beleidigend, das sicher nicht, denn soviel Anstand habe ich wirklich.
Aber ich müsste so Dinge sagen, wie, sie soll sich ein Hobby suchen. Oder dass sie ihre Nase in andere Leben stecken soll, wenn ihr meines so stinkt. Oder dass sie sonderlich schlau ja nicht sein kann, wenn sie nach so langer Zeit immernoch nicht gemerkt hat, dass sich auch mit ihren Schimpftiraden, nichts geändert hat und auch nicht ändern wird.
Freundlich ist definitiv vorbei. Da gibt es keinen Weg mehr. Sie hat mir meine Wohlfühl-Oase kaputt gemacht. Sie sorgt dafür, dass ich mich nicht mal mehr ohne Begleitung zum Briefkasten traue. Sie ist schuld, dass ich mich nicht mal mehr traue, mit meinen Kindern hier laut zu lachen. Freundlichkeit kann keiner von mir verlangen!
Wie soll ich mir hier jemals ein kleines Geschäft aufbauen, egal ob ich wieder Nägel mache, oder wirklich mal in Richtung Therapie gehe? Sie vergrault mir doch alle Kunden, wenn sie sich dann mal traut, etwas zu sagen, wenn jemand da ist. Außerdem sind private Gespräche dann auch tabu, wenn Madame immer am Fenster hängt. Also macht sie mir auch in gewisser Weise meine Karriere kaputt.
Ich muss hier weg...
Wenn das nur mit der neuen Wohnung klappen würde....
Abwarten.

Nun der Freitags-Füller. Obwohl ich irgendwie überhaupt nicht mehr inspiriert bin... Aber vielleicht hilft es ja beim Ablenken. Gerade kam WIRKLICH wieder ein Kommentar!!! Der 2. heute.
Wahrscheinlich hab ich zu laut getippt...

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1. Jetzt ist es kurz nach 16 Uhr, und es wird schon wieder dunkel.

2. Mein Bett ist der Lieblingsort in meiner Stadt.

3. Ein Feuerchen kann ich nicht machen, weil ich keinen Kamin besitze.

4. Das Kinesiologie-Buch schaff ich nicht, weiterzulesen, jedenfalls nicht heute.

5. Bügelwäsche hab ich keine!!! Ich muss erst waschen .

6.  Laktosefreie Schoko-Vanille-Schnitten könnte ich gerade jeden Tag verspeisen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Traumfänger fertig machen , morgen habe ich Wohnungsbesichtigung und Essen mit Mann und Tochter geplant (Sohn ist bei Oma) und Sonntag möchte ich mal wieder einen ruhigen Tag verbringen. Ich weiß nur noch nicht, wo  !

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein ruhiges, entspanntes Wochenende! :-)
Abgelenkt hat es mich leider nicht :-( 
Aber vielleicht sieht die Welt ja morgen schon ganz anders aus :-)